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Gedanken zur Passionszeit

22.03.2020

Wenn mein Geist in Ängsten ist, so kennst du doch meinen Pfad, Psalm 142,4.

Diesen Vers aus dem 142. Psalm habe ich in dem Losungsbuch 2020 zum 5. Sonntag der Passionszeit – Judika gefunden.

 

Diese Passionszeit ist in diesem Jahr eine besondere Zeit. Die Aktionen zur Passionszeit gehen unter, Passionsandachten müssen ausfallen und das Corona-Virus verlangt viele Opfer.

Ich gebe es zu, all das macht mir Angst. Wenn mein Geist in Ängsten ist, so kennst du doch meinen Pfad. In der Bibel wird uns von Menschen berichtet, die Angst hatten. Auch David – ein junger hoffnungsvoller Mann, von Gott als künftiger König des Volkes ausgewählt, aber vom derzeitigen König Saul gnadenlos gejagt und verfolgt – hatte Angst, denn Saul ist plötzlich in der Höhle, in deren hinteren Teil sich David versteckt hält. Er kann seine Angst nicht für sich behalten, er redet aber nicht einfach vor sich hin, sondern zu Gott. Er sagt voll Vertrauen: „Wenn mein Geist in Ängsten ist, so nimmst du dich meiner an“. Er weiß, an wen er sich in seiner großen Angst wenden muss: an Gott! Ihm sind wir nicht gleichgültig. Er nimmt unsere Ängste und Sorgen hinein in seine Fürsorge.

Jesus hat Gottes Fürsorge in unsere Welt getragen. Seine Passion, seine Auferstehung sind die feste Zusage, dass wir nicht mit unseren Ängsten allein sind. Wir müssen uns nicht in „Höhlen“ verstecken, uns in unseren Wohnungen verschanzen, ja nicht einmal gegen alle Unwägbarkeiten des Lebens versichern. Jesus Christus verheißt uns: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende“ (Mt. 28,20).

Dadurch sind unsere Ängste nicht einfach verschwunden, aber da ist einer, der darum weiß und uns nahe ist. Er nimmt uns in seine Hand. Christus hält uns gerade jetzt wo wir in so ungewisser Zeit leben. Unsere Angst muss uns nicht hindern, zu beten, an unsere Mitmenschen zu denken, zu telefonieren. Wenn mein Geist in Ängsten ist, so kennst du doch meinen Pfad. Gott wird uns einen Pfad weisen, auch in dieser Krisenzeit unseren Mitmenschen nahe zu sein. Das glaube ich ganz fest und bemühe mich, mich nicht von meiner Angst überwältigen zu lassen.

 

Ihre Prädikantin Gesine Utecht